Marie Fischer
Eine Promotion bietet die wunderbare Chance, auch im Berufsleben Zeit zu haben, sich vertieft inhaltlich mit einer Thematik auseinanderzusetzen.

Marie Fischer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Klimapolitik der Uni Augsburg

Wichtige Karriereschritte

Seit 2022       Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Klimapolitik

2018-2022     Masterstudium Umweltethik an der Universität Augsburg

2021-2022     Werkstudentin in der Kundenberatung bei ClimatePartner

2020-2021     6-monatiges Praktikum im Ehrenamtsmanagement bei Cradle to Cradle NGO

2020              Studentische Hilfskraft am Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung

2019              Auslandssemester an der Universidad de Guadalajara, Mexiko

2019              Werkstudentin im Bereich Umweltschutz und Arbeitssicherheit bei MAN Energy Solutions

2014-2018     Bachelorstudium Kulturwirtschaft an der Universität Passau

2016-2017     Auslandssemester an der Universidad de Granada, Spanien

Interview vom 19.07.2024

Frau Fischer, Sie sind als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Klimapolitik an der Universität Augsburg tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht und welche Aufgaben dazu gehören?

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin ist der Arbeitsalltag so vielfältig wie die Stellenbeschreibung. Im Kern setzen sich die Aufgaben aus drei Bereichen zusammen – Aktivitäten am Lehrstuhl, Lehre und die Doktorarbeit. Zu den Aktivitäten am Lehrstuhl gehören zum Beispiel die Organisation einer Tagung oder eines Forschungskolloquiums, aber auch die Mitarbeit an der Forschungskommunikation über Vorträge. So sieht jede Woche etwas anders aus. Während in den Semesterferien vor allem Zeit zum Forschen ist, steht während der Vorlesungszeit die Vorbereitung und Durchführung von Lehrveranstaltungen im Fokus. Jedes Semester ist dabei unterschiedlich und steht für sich. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, in einem Semester mehr zu lehren, um im nächsten ausreichend Zeit für die Feldforschung, den Besuch von Konferenzen oder einen Forschungsaustausch an einer Universität im Ausland zu haben.

 

Wie sind in diesen Bereich gekommen und was begeistert Sie daran?

Im Master Umweltethik wurde bereits mein Interesse für die internationalen Klimaverhandlungen geweckt sowie für Fragen der Gerechtigkeit, Solidarität und plurale Zukunftsvisionen im Klimawandel. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin kann ich mich mit diesen Themen sowohl im Rahmen der Promotion als auch der Lehre beschäftigen. Das ständige Weiterlernen, der Austausch mit Fachkolleg:innen und die Flexibilität begeistern mich.

 
Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in ihrem Beruf gefragt sind?

Zu den wichtigsten Softskills gehört ein gutes Selbstmanagement, also die Fähigkeit sich gut zu organisieren und die vielfältigen Aufgaben zu koordinieren. In der Lehre und bei Forschungskonferenzen spielt Rhetorik eine wichtige Rolle. Ebenso ist etwas Durchhaltevermögen und Resilienz gefragt, um die Achterbahnfahrt Promotion gut zu durchlaufen.

 

Wieso haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Eine Promotion bietet die wunderbare Chance, auch im Berufsleben Zeit zu haben, sich vertieft inhaltlich mit einer Thematik auseinanderzusetzen. Auch macht mir das analytische und strukturierte Vorgehen in einer Forschungsarbeit Spaß.  

 

Welche Schwerpunkte hatten Sie im Studium gesetzt? Wie hat Sie das Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Welche Fähigkeiten haben Sie sich zusätzlich aneignen müssen?

Sowohl der Bachelor Kulturwirtschaft als auch der Master Umweltethik sind sehr interdisziplinär gestaltet. Das fand ich stets eine tolle Bereicherung, um über den Tellerrand der eigenen Disziplin zu kucken. Daher spannen sich die von mir gesetzten Schwerpunkte über kulturraumbezogene Studien, interkulturelle Kommunikation bis Ressourcenkonflikte, Klimapolitik, soziale Bewegungen und soziale Ungleichheit. Beide Studiengänge haben mich daher gut auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Forschung am Zentrum für Klimaresilienz vorbereitet. Durch das eigenständige Zusammenstellen der Kursauswahl habe ich bereits im Studium ein gutes Selbstmanagement gelernt. Aneignen musste ich mir z.B. didaktische Fähigkeiten und Tools für die Lehre. Aber das ist gewissermaßen auch der Reiz, an neuen Herausforderungen zu wachsen.

 

Inwieweit haben Auslandsaufenthalte Sie selbst und Ihre berufliche Laufbahn geprägt?

Die Auslandsaufenthalte waren mit die schönsten Zeiten während des Studiums. Der Sprung ins kalte Wasser in einem unbekannten Land und an einer neuen Uni hat mich persönlich sehr gestärkt. Viele der dort gemachten Freundschaften halten bis jetzt an und sind auch eine schöne Grundlage für den beruflichen Austausch. Besonders bereichernd fand ich beispielsweise sehr kritische Perspektiven auf Umweltproblematiken und deren Verursachung, die ich an der Universidad de Guadalajara in Mexiko kennenlernen durfte. Für die berufliche Laufbahn sind zum einen die Fremdsprachkenntnisse wichtig, aber z.B. auch die Fähigkeit, selbstsicher und aufgeschlossen im Ausland forschen zu können.

 

Welche (persönlichen) Erfahrungen waren für Sie im Studium am wichtigsten?

Neben den Auslandserfahrungen waren für mich besonders die Praxiseinblicke als Werkstudentin oder im Praktikum wichtig. Viele der Fähigkeiten, die ich heute brauche, wie Projektmanagement, Teamarbeit oder eine analytische Herangehensweise (z.B. dank der CO2-Bilanzierung bei ClimatePartner) habe ich dadurch lernen können. Bereichernd fand ich auch die offene und kritische Diskussionskultur im Master Umweltethik. Generell bietet das Studium so viel Flexibilität und Möglichkeiten, um während dieser Zeit über das Curriculum hinaus Dinge auszuprobieren und Interessen auszuleben.
 

Welche Tipps möchten Sie den Studierenden für den erfolgreichen Berufseinstieg (inklusive Bewerbungsphase) mitgeben?

Wahnsinnig hilfreich ist ein gutes Netzwerk als Inspirationsquelle und für Empfehlungen. Die Kontakte kann man bereits mit den ersten Praxiserfahrungen während des Studiums herstellen. Für den Einstieg in die Promotion hat es mir sehr geholfen, Einblicke in das Universitäts-Universum als studentische Hilfskraft zu bekommen. Ein weiterer Tipp ist, sich während des Studiums auszuprobieren, um die eigenen Interessen und Fähigkeiten kennenzulernen und zu verstehen, was einem persönlich in der Zusammenarbeit wichtig ist. Aber auch einfach mutig zu sein und Initiativbewerbungen zu schreiben oder sich auf spannende Stellen zu bewerben, selbst wenn das eigene Profil abweicht. Ich denke, auch im Bewerbungsgespräch geht es nicht nur darum, sich als super geeignet für die Stellenbeschreibung darzustellen, sondern auch darum, zu reflektieren, ob der Job und das Team Lust auf den Berufseinstieg machen.

 

Was tun Sie für eine gute Work-Life-Balance?

Um wirklich abzuschalten, bin ich am liebsten draußen und auf dem Rennrad oder am Tanzen. Das richtige „Abschalten“ musste ich mit dem Berufseinstieg aber auch erst lernen. Da in der Promotionsphase die Arbeit nie wirklich endet, ist es wichtig, einen eigenen Rhythmus zu finden und relativ geregelt Feierabend und freie Wochenenden zu machen. Diese Energieauftank-Phasen brauche ich auch, um auf gute Ideen zu kommen.

 

Mehr über die Person und die Möglichkeit, sich zu vernetzen: LinkedIn

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